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Tipp des Monats Juni — selber preiswert Essig herstellen

Es ist soweit: Wir stel­len unse­ren ers­ten Honig-Essig aus eige­nem Met her! Ihr könnt — auch ohne Met — in weni­gen Schrit­ten selbst Essig her­stel­len. Wie das funk­tio­niert und ihr gleich­zei­tig Geld spart, erfahrt ihr im fol­gen­den Text.

Grundsätzliches über Essig

Essig ent­steht, wenn Alko­hol wie z. B. Wein “Opfer” von Bak­te­ri­en wird. Der Wein “kippt” und wird sau­er. Essig-Bak­te­ri­en sind also der abso­lu­te Alp­traum jedes Win­zers. Des­halb gilt die Grund­re­gel: Dort, wo Met gemacht wird, wird kein Essig gemacht. Das sel­be gilt für Gerät­schaf­ten und Behäl­ter.

Essig-Bakterien und wo sie zu finden sind

Essig-Bak­te­ri­en gelang­ten frü­her oft durch Frucht­flie­gen in den Wein. Wenn wir Essig her­stel­len wol­len, gibt es meh­re­re Mög­lich­kei­ten, um an die begehr­ten Bak­te­ri­en her­an­zu­kom­men: Ent­we­der man ver­wen­det gekauf­te Essig-Essenz (Rezept zu fin­den bei Uto­pia) oder man benutzt eine so genann­te “Essig-Mut­ter”. Die­se Mut­ter besteht aus Essig­säu­re­bak­te­ri­en, die dann an ihre Arbeit gehen.

Damit die Her­stel­lung funk­tioneirt, muss man etwas über die Lebens­wei­se von Bak­te­ri­en wis­sen:

  • Bak­te­ri­en brau­chen Sauer­stoff. Das heißt, man kann Essig nicht in einem luft­dich­ten Gefäß her­stel­len.
  • Essig­säu­re-Bak­te­ri­en brau­chen, damit sie arbei­ten kön­nen, einen bestimm­ten Alko­hol-Gehalt: Die­ser liegt zwi­schen 5–12% Alko­hol. Unter die­sem Wert dau­ert es län­ger, über die­sem Wert ster­ben die Bak­te­ri­en ab und es geschieht nichts. Wenn ihr Essig aus höher­pro­zen­ti­gem Alko­hol machen wollt, ist das kein Pro­blem. Dann ver­dünnt ihr ein­fach mit Was­ser.
  • Bak­te­ri­en haben eine Wohl­fühl-Tem­pe­ra­tur. Des­halb soll­tet ihr das Gefäß warm stel­len (unge­fähr 25° Grad). Natür­lich gelingt die Her­stel­lung auch bei nie­di­ge­ren Tem­pe­ra­tu­ren, dau­ert aber län­ger. Zu heiß darf es aller­dings nicht sein, sonst geben die Bak­te­ri­en den Geist auf.

Zutaten:

  • 1 Liter Alko­hol zwi­schen 5–12% (wir machen das mit unse­rem Honig-Met)
  • 100ml Essig­mut­ter (wir haben eine Bio-Apfel­es­sig­mut­ter ver­wen­det, gern sen­den wir euch gegen einen klei­nen Unkos­ten­bei­trag eine zu)
  • ein Gefäß mit gro­ßer Öff­nung (z. B. Ein­mach­glas)
  • Stoff­tuch (z. B. Geschirr­hand­tuch)

Zubereitung

  1. Wenn du das Gefäß gerei­nigt hast, fül­le die Flüs­sig­keit zusam­men mit den Bak­te­ri­en ein.
  2. Ver­schlie­ße das Gefäß mit einem Stoff­tuch. Wir haben das Gan­ze mit Hanf­kor­del zuge­kno­tet.
  3. Schwen­ke das Gefäß so oft du dran denkst, damit mög­lichst viel Sauer­stoff an die Bak­te­ri­en gelangt.
  4. Mit der Zeit ver­än­dert sich der Geruch. In ver­schie­de­ner Lite­ra­tur ist von “leim­ar­ti­gen Geruch” die Rede. Ich kann das nicht unter­schrei­ben. Es riecht komisch, aber Leim riecht für mich anders.
  5. Pro­bie­re, bis es dir schmeckt und sei­he das Gan­ze ab (z. B. mit einem Stoff­tuch). Die Mut­ter kannst du für den nächs­ten Ansatz ver­wen­den.
  6. Wie und mit wel­chen Zuta­ten man Essig ver­fei­nern kann, erfährst du im nächs­ten Tipp des Monats.

Zu den Kos­ten: Da du Gefä­ße und Stoff­tuch sowie­so hast, sind hier schon­mal kei­ne Kon­s­ten zu ver­zeich­nen. Den Alko­hol bekommst du — sind wir mal ehr­lich — oft geschenkt. Ich zum Bei­spiel trin­ke kei­nen Wein. Aber ich habe immer min­des­tens eine Fla­sche rum­ste­hen, die ich geschenkt bekom­men habe. Auch die Bak­te­ri­en sind güns­tig zu haben. Egal, ob du Zuta­ten zukaufst oder alles zu Hau­se hast: Unter 5€ bleibst du alle­mal. Viel Spaß beim Nach­ma­chen und Pro­bie­ren!

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