Das gute alte D.I.B.-Einheitsglas? Oder Honig etiketten selbst gestalten?

Einheitsglas versus Individualität

Vie­le von Euch ken­nen bestimmt das Ein­heits­glas des Deut­schen Imker­bun­des (D.I.B.). Ihr fin­det es nicht nur im Super­markt­re­gal, son­dern auch Hob­by­im­ker ver­mark­ten Ihren Honig in sol­chen 500g-Glä­sern.

Wel­che Vor- und Nach­tei­le Ein­heits­glä­ser bzw. indi­vi­du­ell gestal­te­te Glä­ser haben, erfahrt ihr hier. Und natür­lich für wel­che Vari­an­te wir uns ent­schie­den haben. Außer­dem erklä­ren wir wel­che Anga­ben auf Honig­glas Eti­ket­ten müs­sen.

Das D.I.B.-Glas

Die Vor­tei­le auf Sei­ten der Kun­den lie­gen auf der Hand: Die bekann­te Mar­ke gewähr­leis­tet gleich­blei­ben­de Qua­li­tät. Dies schlägt sich auch in der Aus­bil­dung der Imker nie­der: Jeder Imker und jede Imke­rin, die in einem D.I.B.-Glas ver­kau­fen möch­te, muss vor­her einen Sach­kun­de­nach­weis Honig able­gen. Die­sen kann man zum Bei­spiel an der Imke­r­aka­de­mie able­gen oder online bei den Honig­ma­chern bele­gen. Unab­hän­gig vom Ver­mark­tungs­wunsch kann ich die­sen Kurs nur emp­feh­len. Dort lernt man viel zu The­men wie Hygie­ne, Ver­mark­tung und Sor­ten. Die­ses Wis­sen scha­det nie und der Kurs kos­tet nicht viel. Wich­tig ist zu erwäh­nen, dass man Mit­glied im Deut­schen Imker­bund sein muss. Aber das ist man, wenn man irgend­ei­nem Imker­ver­ein ange­hört, sowie­so.

Nur so neben­bei: Die Wort­mar­ke „Ech­ter Deut­scher Honig“ ist das Waren­zei­chen des D.I.B. Des­halb dürft ihr euren Honig so nicht nen­nen.

Neben dem Bekannt­heits­grad ist ein wei­te­rer Vor­teil, dass die Gewähr­ver­schlüs­se (mit oder ohne Adres­sen­druck) online zu bestel­len sind. Man hat also die Mög­lich­keit, mit gerin­gem Auf­wand eine gro­ße Zahl an fer­ti­gen Eti­ket­ten zu bestel­len. Bei Bedarf kann man die­se Honig Eti­ket­ten selbst gestal­ten.

Ein nicht zu unter­schät­zen­der Vor­teil des D.I.B.-Glases ist, dass alle gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Anga­ben vor­han­den sind und man sich kei­ne Gedan­ken machen muss, ob man mit der Juris­te­rei in Kon­flikt gerät. Zu den gesetz­li­chen Vor­ga­ben kom­me ich wei­ter unten im Text.

Aller­dings hat das D.I.B.-Glas mei­ner Mei­nung nach auch Nach­tei­le. Grund­sätz­lich hat man defi­ni­tiv weni­ger indi­vi­du­el­le Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten als mit einem eige­nen Eti­kett. Auf die­ses kann neben eurem Namen auch euer selbst (oder fremd) gestal­te­tes Logo und ihr könnt über die Auf­tei­lung ent­schei­den.

Über Geschmack lässt sich bekannt­lich strei­ten. Ob man die D.I.B.-Etiketten anspre­chend fin­det, hängt nicht nur vom Imker oder der Imke­rin ab. Die Fra­ge nach der Ziel­grup­pe spielt hier eine wich­ti­ge Rol­le. Auch dei­ne Leit­li­nie, also das, was dir wich­tig ist, spie­gelt sich im Eti­kett wie­der. Hast du zum Bei­spiel wie wir einen regio­na­len Bezug, macht es wenig Sinn, im D.I.B.-Glas zu ver­mark­ten.

Um euch einen Über­blick über die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Anga­ben zu machen, habe ich unser Eti­kett und die Ban­de­ro­le ein­mal beschrie­ben.

Die Gestaltung unserer Etiketten – Vorgaben und Vorlieben

In Deutsch­land gibt es eine Men­ge Vor­ga­ben, wel­che Anga­ben auf Pro­duk­ten, wie zum Bei­spiel Honig, zu ste­hen haben. Trotz­dem gibt es noch Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. Im fol­gen­den Text möch­ten wir Euch auf gesetz­li­che Grund­la­gen auf­merk­sam machen und erklä­ren, was wir uns bei der Gestal­tung unse­rer Eti­ket­ten gedacht haben. Manch­mal auch nicht so viel 😉.

Die Gestaltung unseres Ettikettes. Wir wollen kein Einheitsglas und haben deswegen keine Gläser vom Deutschen Imkerbund.

Wie immer gilt: Falls Ihr Fra­gen habt: Immer her damit!

Honig Etiketten selbst gestalten: Was muss drauf?

  1. Unser Logo und Mar­ken­na­me: Das Logo wur­de nach unse­ren Wün­schen desi­gned. Das ist ziem­lich viel Arbeit, obwohl wir es nicht selbst gemacht haben. Aber bis alles so ist, wie man es ger­ne hät­te, dau­ert es schon eine gan­ze Wei­le. Jetzt haben wir aber ein eige­nes Logo, das man für alle Eti­ket­ten, Brief­pa­pier etc. ver­wen­den kann. Die Her­kunft unse­res Namens habe ich bereits auf der Über-uns-Sei­te beschrie­ben. Sowohl das Logo als auch der Mar­ken­na­me sind nicht gesetz­lich vor­ge­schrie­ben.
  2. Die *Pro­dukt­be­zeich­nung: Zur rich­ti­gen Dekla­ra­ti­on gehört auch, dass man weiß, was drin ist. Sind dem Honig zum Bei­spiel Früch­te oder Nüs­se zuge­setzt, muss das in der Pro­dukt­be­zeich­nung auf­tau­chen. Grund­la­ge ist hier die Lebens­mit­tel-Kenn­zeich­nungs­ver­ord­nung. Wie ihr seht, haben wir unter der Pro­dukt­be­zeich­nung noch einen Slo­gan plat­ziert. Die­ser vari­iert bei den ver­schie­de­nen Pro­duk­ten leicht. Aller­dings ist der Auf­bau des Slo­gans IMMER GLEICH ;-). Anders als die Pro­dukt­be­zeich­nung ist der Slo­gan gesetz­lich nicht not­wen­dig.
  3. *Name und Anschrift des Erzeu­gers: Ja, auf ein Honig­glas muss der Name und die voll­stän­di­ge Adres­se des Erzeu­gers, also in mei­nem Fall der Imke­rin. Die Han­dy­num­mer und die web­site sind hin­ge­gen frei­wil­lig (aber natür­lich rela­tiv sinn­voll, weil sie den Kun­den den direk­ten Kon­takt ermög­li­chen). Man lernt nie aus: Wenn man ein Gewer­be ange­mel­det hat, muss nicht der Name des Imkers oder der Imke­rin ange­ge­ben sein, son­dern es kann auch der Fir­men­na­me plat­ziert wer­den.
  4. Die *Net­to­füll­men­ge: Es muss drauf ste­hen, wie viel drin ist. Klingt logisch, ist in der Pra­xis gar nicht so ein­fach. Was vie­le nicht wis­sen: Im Honig­glas darf auch nicht mehr als ange­ge­ben drin sein. Gesetz­li­che Grund­la­ge und kla­re Vor­ga­ben bie­tet die Packungs­veror­dung. Man­che Honi­ge haben eine höhe­re Dich­te als ande­re. Des­halb kann der Füll­stand der Glä­ser leicht vari­ie­ren.
  5. Bezeich­nung *Mehr­weg­glas: Grund­sätz­lich muss man gewähr­leis­ten, dass man ein Pfand­sys­tem anbie­tet. Ansosn­ten ist man lizenz­pflich­tig und Teil des dua­len Sys­tems: Auf gut Deutsch heißt das: Wenn ich ein Glas ver­kau­fe, muss ich auch für die Ent­sor­gung zah­len. Wenn ich das Glas zurück­be­kom­me, kann ich es wie­der­ver­wen­den. Weil wir nach­hal­tig und res­sour­cen­scho­nend arbei­ten, ist für uns klar, dass wir Mehr­weg­glä­ser anbie­ten. Des­halb erhe­ben wir auch 0,5€ Pfand. Nach­zu­le­sen ist hier­zu ein kur­zer Bei­trag auf beekeepers24. Die Anga­be “Mehr­weg­glas” muss also in unse­rem Fall drauf.
Einheitsglas

6. *Lager­be­din­gun­gen: Sie müs­sen dekla­riert wer­den. Einen span­nen­den Bei­trag zu rich­ti­gen Lage­rung von Honig fin­det ihr beim laves. Wir haben zusätz­lich noch dar­auf hin­ge­wie­sen, wie man Honig wie­der ver­flüs­si­gen kann. Viel­leicht kön­nen wir damit das ein oder and­re Honig­glas vor dem Müll bewah­ren. Zusätz­lich fin­det sich noch ein Hin­weis für Eltern. Vie­le Natur­pro­duk­te sind für Säug­lin­ge nicht zu emp­feh­len. Dazu zählt auch Honig. Einen inter­es­san­ten Arti­kel dazu haben die Kin­der- und Jugend­ärz­te ver­fasst.

7. Auch das *Urspungs­land muss drauf. Hier über­le­gen wir, ob es nicht aus­rei­che, es mit in die Adres­se zu schrei­ben. Wir sind noch im Pro­zess wie ihr seht ;-).

8. Das *Min­dest­halt­bar­keits­da­tum: Die­se Anga­be muss auf jedes Glas. Wenn man das MHD aus­schreibt, ist man recht­lich auf der siche­ren Sei­te. Die Los-Anga­be kann bei tages­ge­nau­em MHD ent­fal­len.

Anga­ben mit * sind recht­lich bin­dend. Du musst sie unbe­dingt beach­ten wenn du Honig Eti­ket­ten selbst gestal­ten willst!

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